Archäologie und Römerzeit

Schwabmünchen galt zur Zeit der Römer als ein Zentrum der Keramikproduktion in Raetien. Eine römische Straßenkarte, die Tabula Peutingeriana, verzeichnet an der Straße von Kempten nach Augsburg dort, wo heute Schwabmünchen liegt, eine Station namens Rapis („auf den Rübenfeldern"). Die ersten Bewohner dieses Ortes siedelten sich in der Regierungszeit des Kaisers Claudius (42-54 n. Chr.) an. Rapis entwickelte sich zum größten römischen Töpferzentrum im nördlichen Raetien.

Fragment eines römischen Pferdegeschirrs, Fund auf Gelände der ehemaligen Firma Ritter, SMÜ
Der Ort hatte zwar nur ca. 125 Einwohner, doch mehr als 80% von ihnen bestritten ihren Lebensunterhalt mit der Keramikproduktion. In dreizehn von sechzehn Anwesen waren Töpfereien untergebracht. Wohnhaus und Werkstatt bildeten eine Einheit. In den Kleinbetrieben arbeitete die ganze Familie - auch die Kinder. In Rapis wurde über fast 200 Jahre Haushaltsgeschirr für Keller, Küche und Tisch produziert. Das umfangreiche Sortiment reichte von der kleinen Öllampe bis zum meterhohen Vorratstopf. Der wichtigste Exportartikel war die Reibschüssel (mortarium), das gängige Vielzweckgerät der römischen Küche.
Aufgrund ihrer Qualität waren die Reibschüsseln aus Rapis hochgeschätzt und weit verbreitet. Sie wurden bis in den unteren Donauraum gehandelt.
Leben zur Zeit der Römer
Um 260 n. Chr. wurde Rapis in den Germanenkriegen angegriffen, die meisten Töpferwerkstätten zerstört und viele Einwohner getötet. Die Überlebenden konnten die Keramikproduktion nicht mehr aufleben lassen. Die letzten Einwohner verließen zu Beginn des 5. Jahrhunderts das Dorf.

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